Blasenentzündung

Wissenswertes

Sind Bakterien im Urin immer ein Zeichen für einen Harnwegsinfekt? Gibt es chronische Blasenentzündungen? Was löst eine Zystitis beim Mann aus? Hier finden Sie Antworten.

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Sind Bakterien im Urin immer ein Zeichen für einen Harnwegsinfekt?

Der Nachweis von Bakterien im Urin ist an sich nichts Schlimmes. Denn da die Harnröhre durch Bakterien besiedelt und eine saubere Harngewinnung nicht einfach ist, sind Verunreinigungen der Proben durch Keime häufig. Ob es sich um eine Verunreinigung oder tatsächlich um eine Infektion handelt, entscheidet der Arzt anhand einiger Kriterien:

Bakterienzahl

Erst wenn mehr als 100.000 Keime pro ml enthalten sind, gilt dies als sicherer Hinweis auf eine Harnwegsinfektion.

Symptome

Hat der Patient keine Beschwerden, die für eine Blasenentzündung sprechen und finden sich im Urin weniger als 100.000 Keime pro Milliliter sprechen Mediziner von einer asymptomatischen Bakteriurie. Diese wird nur bei Personen mit einem erhöhten Risiko für eine Zystitis (zum Beispiel Diabetiker, Schwangere ...) behandelt. Klagt der Patient jedoch über Beschwerden, die für eine Blasenentzündung typisch sind, kann der Arzt auch bei geringeren Keimzahlen eine Therapie mit Antibiotika erwägen.

Bakterienart

Bei einer Blasenentzündung wäre ein auslösender Erreger zu erwarten. Zeigt sich in der Urinkultur, dass im Harn mehr als zwei verschiedene Bakterienarten enthalten sind, spricht das eher für eine Verunreinigung der Probe als für eine Zystitis. Ebenso ist es verdächtig, wenn typische Hautkeime nachgewiesen werden. Möglicherweise sind diese über die Finger in den Becher geraten.

Werden wiederholt verschiedene Keime im Urin oder ein Harnwegsinfekt ohne Symptome festgestellt, so sollte der Urin einmal über einen Katheter gewonnen werden. Dann lässt sich mit Sicherheit sagen, ob der Urin bereits in der Blase Keime enthält, oder ob die Bakterien erst beim Wasserlassen hineingelangt sind.

Gibt es eine chronische Blasenentzündung?

Meist handelt es sich bei einer Blasenentzündung um eine akute Infektion, die richtig behandelt in ein paar Tagen wieder vorbei ist. Manche Menschen haben jedoch längerfristig Symptome einer Blasenentzündung, ohne dass sich Bakterien oder andere Keime im Urin nachweisen lassen. In diesem Zusammenhang sprechen viele von einer Reizblase. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine eigene Krankheit. Vielmehr steht diese Bezeichnung für ein Beschwerdebild (häufiger Harndrang bei geringer Urinmenge, teilweise einhergehend mit Schmerzen oder Inkontinenz), das verschiedene Ursachen haben kann.

Eine davon ist die interstitielle Zystitis. Dabei handelt es sich um eine äußerst schmerzhafte chronische Harnblasenentzündung ohne Keimnachweis, deren Ursache noch nicht endgültig geklärt ist. Die verschiedensten Behandlungsansätze sind in Erprobung: In Frage kommt zum Beispiel die Gabe von Schmerzmitteln oder Antidepressiva. Eine anderer Möglichkeit sind Medikamente, die in die Blasen eingefüllt werden (zum Beispiel Dimethylsulfoxyd, Hyaluronsäure, Chondroitinsulfat ...). Auch eine Dehnung der Blase mit Wasser ist in Vollnarkose möglich. Bleibt die Behandlung erfolglos und entwickelt sich durch die chronische Entzündung eine Schrumpfblase, ist eine operative Entfernung der Harnblase die letzte Möglichkeit.

Da eine Reizblase auch durch einen oberflächlichen Tumor (Carcinoma in situ) in der Blase entstehen kann, sollten wiederholt auftretende Blasenentzündungen gerade in höherem Alter mit einer Blasenspiegelung abgeklärt werden.

Was sind Auslöser einer Zystitis beim Mann?

Beim Mann geht eine Blasenentzündung fast immer mit einer Entzündung der Prostata einher, beziehungsweise eine akute oder chronische Prostataentzündung löst die anschließende Blasenentzündung aus.


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